Grosser Preis von Oftringen - UCI World Cup Turnier
Die Radball-Weltelite traf sich am 24. September in Oftringen zum 18. Grossen Preis von Oftringen, der dieses Jahr bereits zum neunten Mal als UCI Weltcup Turnier ausgetragen werden durfte. Die Ausgangslage für dieses sechste Weltcup Turnier der Saison war besonders interessant. Einerseits wollten die Weltmeister und Weltcup-Sieger vom RV Gärtringen (Uwe Berner / Matthias König) und das Team vom SV Eberstadt (Jens und Holger Krichbaum) den Bann brechen und den ersten deutschen Weltcup Sieg dieser Saison realisieren, andererseits konnten die Weltranglisten-Ersten und Europacup-Sieger Simon König und Florian Fischer vom RC Höchst I mit einem Sieg die Führung im Weltcup-Klassement übernehmen. Aus Schweizer Sicht stieg der letztjährige Sieger RS Altdorf (Roman Schneider / Dominik Planzer) ins Rennen um den Sieg. Und da war auch noch die einheimische Mannschaft vom VMC Oftringen mit Rafael Stadelmann und Andreas Zaugg, die ebenfalls mit Ambitionen an den Start gingen, den Podestplatz vom letzten Jahr zu verteidigen. Nachdem Dornbirn mit einem Ersatzspieler antreten musste, waren ihre realen Chancen auf einen Halbfinalplatz wohl ebenso klein wie bei den restlichen Mannschaften im Feld.
In den Qualifikationsspielen sind denn auch keine Überraschungen erfolgt. In der Gruppe 1 waren im letzten Spiel Gärtringen und Oftringen bereits fürs Halbfinale qualifiziert. Trotzdem schenkten sich die beiden Mannschaften nichts und in der emotionsgeladenen Partie konnte Oftringen dreimal einen Rückstand wieder ausgleichen bevor sich Gärtringen mit einem 4:3 Erfolg den Gruppensieg sichern konnte. In der Gruppe 2 musste die letzte Partie zwischen Altdorf und Eberstadt die beiden Halbfinalisten bestimmen. Bei einem Sieg von Eberstadt wären drei Mannschaften punktgleich gewesen und hätten in einem Penalty-Schiessen die Halbfinalisten bestimmen müssen. Doch Altdorf konnte sich durchsetzen mit einem 2:1 Sieg die Gruppe gewinnen. Der zweite Halbfinalist war demnach der österreichische Meister aus Höchst.
Im Halbfinale zwischen Gärtringen und Höchst lagen die Deutschen zur Pause bereits 0:3 zurück und es war bald klar, dass es auch dieses Mal keinen deutschen Tagessieger geben würde. Ausser beim Weltcup-Finale 2008 in Oftringen hat auch noch nie eine deutsche Mannschaft das Weltcup Turnier in Oftringen gewinnen können. Mit einem 5:3 Sieg war Höchst der klare erste Finalist. Das zweite Halbfinale war ein innerschweizerisches Duell zwischen Altdorf und Oftringen. Die Einheimischen konnten nach gut drei Minuten Spielzeit durch ein Eckballtor in Führung gehen. Und als der Oftringer Torhüter Rafael Stadelmann, der während dem ganzen Turnier eine tadellose Leistung zeigte, einen Penalty der Altdorfer abwehren konnte, begann die Halle förmlich zu kochen. Ein zweiter Penalty für Altdorf brachte das 1:1 Unentschieden zur Pause. In der zweiten Halbzeit scheiterte Andreas Zaugg bei einem Handspenalty zuerst am Altdorfer Torhüter, konnte aber den Abpraller im Nachschuss zum 2:1 Führungstor und Schlussresultat verwerten. Oftringen stand im Finale und die Halle Kopf!
Im Finale gegen die österreichische Mannschaft aus Höchst waren beide Mannschaften darauf bedacht, ja keinen Fehler zu machen, um dem Gegner einen Vorteil zu verschaffen. Die erste Halbzeit endete denn auch torlos. Nach der Pause hatte Höchst zwar mehr vom Spiel, aber immer noch keinen Treffer auf dem Konto. Der Oftringer Torhüter Rafael Stadelmann wurde bei einer Abwehr vom Ball mitten ins Gesicht getroffen und verlor kurz die Orientierung. Dies war gleichzeitig der einzige verletzungsbedingte kurze Unterbruch des ganzen sehr fair gespielten Turniers. Eine Minute vor Schluss dann ein verhängnisvoller Freistoss für Höchst vor dem Oftringer Tor, den Simon König auch prompt zum 1:0 Turniersieg verwandelte. Damit übernahm Höchst I gleichzeitig auch die Tabellenführung im Weltcup von ihren Teamkollegen Höchst II.
Zum vierten Mal ist das Team des VMC Oftringen nun in seiner Weltcup-Karriere auf dem undankbaren zweiten Platz gelandet. „Aber wir haben Silber gewonnen und nicht Gold verloren!“ sagten die beiden Oftringer, nachdem sie die erste Enttäuschung über das verlorene Endspiel weggesteckt hatten.

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